Von Wolfgang Lutz

„Das Warten hat nun ein Ende“, so begrüßte Pfarrer Michael Stork am Sonntag die vielen Gläubigen zur Einweihungsfeier in der Pfarrkirche St. Georg in Ertingen. Die Innen-Sanierungs- und Umbauarbeiten sind abgeschlossen und das Gotteshaus erstrahlt nun mit seinen weichen, hellen Farben im Kirchenschiff und Chorraum in einem ganz anderen Licht. Die Kirche war prall gefüllt, als die Fahnenabordnungen aller örtlichen Vereine sowie Pfarrer Michael Stork, Pfarrer Klaus Sanke und Diakon Oliver Mayer feierlich erstmals durch den Mittelgang Richtung Altar schritten. Und nachdem die neue Beleuchtung das Gotteshaus ausstrahlte und das Farbenspiel der unterschiedlichsten Kirchenfenster eine helle, freudige Ausstrahlung erzeugten, konnte man erstmals die Umgestaltung so richtig in Augenschein nehmen. Dunkle Töne, vor allem an der Decke und Gestühl, wichen hellen Farben und zusammen mit den Heiligenfiguren an den Seitenwänden und dem wuchtigen, in Gold gehaltenem Kreuzesstamm fügt sich alles zu einem einzigartigen, sakralen Gesamtwerk zusammen, das man erstmals auf sich wirken lassen muss. Mit „Pauken und Trompeten“, wie es sich für einen Festtag gehört, wurde dann die feierliche Wiedereinweihung der Pfarrkirche St. Georg begangen. Der Kirchenchor Ertingen führte gemeinsam mit dem Stiftschor aus Bad Buchau, sowie Gastsängerinnen und -sängern sowie einem Orchesterensemble unter der Gesamtleitung von Gabriele Lang die Orgelsolomesse von Wolfgang Amadeus Mozart auf. Ein wahres Klangerlebnis, das am Schluss des Gottesdienstes mit dem Höhepunkt endete, nämlich dem „Halleluja“ aus Händels Messias. Auch hier wiederum mit einer extra zusammengestellten Orchesterbegleitung. Das alles zusammen drückte den feierlichen Charakter dieses Festgottesdienstes aus. In seiner Festpredigt ging Pfarrer Michael Stork auf das Gleichnis eines Sämanns ein. In Palästina herrsche Dürre und Hitze und nichts gedeihe, alles erscheint hoffnungslos, aber im Herbst erwache alles zu einem satten Grün. „Mag alles noch so hoffnungslos erscheinen, wird Gott Euch ein neues Leben schenken, wenn Ihr an ihn glaubt“. In solch schwierigen Situationen suchen auch heute die Menschen Trost. „Nur Gottes Saat ist zuverlässig, die Freude, Hoffnung zu ganz neuem Leben hervorbringt“, so Pfarrer Stork. Man müsse den Blick auf Gottes Boden werfen. Es brauche Offenheit für Gottes Wort. Wie ein Sämann, der seine Saat ausstreut, trete auch Gott an uns heran. „Hören wir Gottes Wort wie eine Liebeserklärung oder sind wir wie die anderen, die das Wort Gottes nicht hören wollen?“, stellte der Pfarrer die Frage. Und: „Jesus trägt uns alle und mit seiner Zuversicht geht die Saat auf. Daher müssen wir für das Wort Gottes und das Reich Gottes offene Ohren haben“. Daher stelle sich die Frage: Sind wir bereit, Gottes Wort Raum zu geben, um ihm immer ähnlicher zu werden. Für Pfarrer Michael Stork war es aber auch ein Anliegen, allen, die an der Neugestaltung der Pfarrkirche ihren Teil dazu beigetragen hatten, ein herzliches „Vergelt’s Gott“ auszusprechen. Und das waren viele, angefangen von Architekt Ludwig Boll aus Bad Saulgau, den Handwerksbetrieben, die vielen freiwilligen Hände vieler Gläubigen, der Pfarrgemeinderat, alle, die mit der Kirche zu tun haben und auch die Spender und Geldgeber. Nicht zu vergessen an diesem Tag auch alle, die mit Musik und Gesang zur feierlichen Mitgestaltung des Festgottesdienstes beigetragen haben. Und nach dem „Halleluja“ am Schluss der Messfeier, war langanhaltender Beifall verdienter „Lohn“ für den gelungenen Festgottesdienst und für alle, die sich für die Renovation der Kirche eingesetzt haben. Im Anschluss wartete schon der Musikverein Ertingen auf die Kirchenbesucher, für die dann beim Stehempfang zur Unterhaltung aufgespielt wurde. Und dann setzte die Kolpingsfamilie noch einen drauf. Der Vorsitzende der Kolpingsfamilie, Stefan Klekler mit seiner Abordnung überreichte Pfarrer Stork einen Scheck über 5000 Euro. Da sage noch einer, dass dies kein gelungener Festtag für die Kirche und die Christen war.