Von Wolfgang Lutz

Das 400jährige Bestehen der St. Oswald-Kirche, feierte die Pfarrgemeinde Heudorf am Bussen am 2. August mit einem Festgottesdienst. Im Rahmen der ganzjährigen Veranstaltungen zu diesem Jubiläum, war das der Höhepunkt des Festjahres.

Mit klingendem Spiel geleitete die Musikkapelle Heudorf den Liederkranz, die Pfarrherren und Gäste zur St. Oswaldkirche, wo eine große Zahl von Gläubigen auf den Einzug wartete. Mit dabei auch Weihbischof Matthäus Karrer, der gerne nach Heudorf gekommen war und durch seine Anwesenheit und Worte an die Gläubigen dem Ganzen noch mehr Glanz verlieh. Genauso wie der Liederkranz, der den Festgottesdienst musikalisch ausschmückte.

„Schön, dass Sie alle gekommen sind“, freute sich Pfarrer Michael Stork, der zusammen mit Bischof Matthäus Karrer, Pfarrer Klaus Sanke und Diakon Oliver Mayer den Festgottesdienst in Konzelebration feierte. Doch wenn man sich schon mal Gäste zum Feiern eingeladen hatte, mussten sie auch begrüßt werden. Diesen Part übernahmen die Kindergartenkinder. Mit dem Lied: „Einfach Spitze, dass Du da bist“, brachten sie ihre Freude über die Anwesenheit von Weihbischof Matthäus Karrer zum Ausdruck.

In der sehr kleinen aber schmucken Kirche müsse man bei so einem Jubiläum den Blick in Dankbarkeit zurückwerfen auf die Menschen, die sie erbaut und sie mit Leben erfüllt haben“, so Weihbischof Matthäus Karrer in seiner Festansprache. Kirche sei nicht nur ein Gebäude aus Stein. Kirche und Kirchengebäude sollen gottvoll und erlebnisstark sein. Mit Jesus sei die göttliche Liebe in die Welt gekommen und so seien Kirchen Orte der Begegnung, zum Inhalten und zur Gottesdienstfeier mit Gebet. Sie laden auch dazu ein den Alltag ein wenig hinter sich zu lassen und um Zwiegespräche zu halten. „Kirche ist ein Ort an schönen und auch traurigen Tagen. Kirche will aber ein erlebnisstarker Ort sein, wo uns Gott begleitet, ein Ort der Begegnung und des Miteinander“, so der Weihbischof. Hier bringe man sich auch ein und jeder müsse sich selbst fragen: Wie kann ich mich einbringen. Bei einem Blick in die Zukunft müsse man feststellen, dass man auch in der Kirche vor großen Veränderungen stehe. Eines werde auf jeden Fall bleiben: Die Kirchen als Orte der Gottesbegegnung, als Orte des gemeinsamen Erlebens, des Glaubens, der Verkündung und der Liebe Gottes. „Lassen sie uns Leben in die Kirche bringen. Sie ist ein Ort, um zu feiern und Gott zu danken“. Dem kam die ganze versammelte Christenschar am Ende des Festgottesdienstes gerne nach und stimmte das St. Oswald-Lied an. „St. Oswald, edler Königssohn, Du unsrer Kirche Schutzpatron, Du wahrer Gottesheld“.

„400 Jahre ist eine Zahl, die Ehrfurcht weckt“, so die Gewählte Vorsitzende Marina Beck. Wenn diese Mauern sprechen könnten, würden sie uns Geschichten erzählen von Freud und Leid, von Taufen und Hochzeiten, von Abschieden und Neuanfängen, von Zeiten des Friedens und Zeiten der Sorge. Man feiere nicht nur ein Gebäude aus Stein, sondern vor allem das, was eine Kirche ausmacht: die Menschen. „Es freut uns sehr, dass sie die Verbundenheit mit unserer Kirche und unserer Gemeinde lebendig halten und diesen besonderen Tag mit uns feiern“, so Marina Beck an die Pfarrgemeinde gewandt. Eine Kirche lebe von den Menschen, die sie mit Leben ausfüllen. Und dazu zählte sie vor allem die vielen Ehrenamtlichen mit ihrem großen Einsatz auf, deren Engagement oft selbstverständlich erscheint und deshalb zu selten ausgesprochen wird. Eines sei über die 400 Jahre hinweg geblieben, dass der Wunsch der Menschen nach Gemeinschaft, nach Zusammenhalt und nach einem Ort sich sehnen, an dem Glaube und Hoffnung ihren Platz haben. „Dieses Jubiläum erinnert uns daran, wie wertvoll das Miteinander ist. Es zeigt aber auch, dass Geschichte nicht nur bewahrt, sondern immer wieder neu mit Leben erfüllt wird. Dabei schreibt jede Generation ein weiteres Kapitel dieser langen Geschichte“. Sie wünsche sich, dass die Kirche auch weiterhin ein Ort bleibe, wo Menschen willkommen und füreinander da sind und gemeinsam die Zukunft gestalten, so Marina Beck. Anschließend war die ganze Pfarrgemeinde zu einem Umtrunk eingeladen, um bei Essen und Trinken ein paar gemeinsame Stunden zu verbringen.

 

Gemeinsam am Altar vereint die Kinder Foto(von links) mit Diakon Oliver Mayer, Weihbischof Matthäus Karrer, Pfarrer Klaus Sanke und Pfarrer Michael Stork. Foto: Wolfgang Lutz