Rund 100 Bürgerinnen und Bürger kamen am 23. April zur Gemeindeversammlung in die Kirche St. Johannes Evangelist in Dürmentingen. Eingeladen hatte der gemeinsame Ausschuss der Seelsorgeeinheit Ertingen, um über den aktuellen Stand des Projekts „Seelsorge in neuen Strukturen“ zu informieren und mit den Anwesenden ins Gespräch zu kommen.

Pfarrer Stork eröffnete die Versammlung und begrüßte die Gäste sowie die Mitglieder des gemeinsamen Ausschusses. In mehreren Beiträgen wurde anschließend die Ausgangslage der katholischen Kirche erläutert. Dabei standen insbesondere die rückläufigen finanziellen und personellen Ressourcen im Mittelpunkt.

Alexander Kohn gab einen Überblick über den Prozess „Kirche der Zukunft“ und die bisherigen Gespräche mit benachbarten Seelsorgeeinheiten wie Bussen, Federsee und Riedlingen. Die Grundlage des Projekts bilden Beschlüsse des Diözesanrats, die langfristig neue Strukturen innerhalb der Kirche schaffen sollen.

Rebekka Selg stellte die verschiedenen möglichen Zusammenschlüsse im Dekanat vor und erklärte, nach welchen Kriterien neue Kirchengemeinden gebildet werden könnten. Dabei spielten unter anderem Infrastruktur, Schulen und die Zahl der Katholiken eine Rolle.

Marina Beck betonte, dass sich die Seelsorgeeinheit Ertingen notwendigen Veränderungen nicht verschließen wolle. Gleichzeitig seien jedoch viele Fragen noch ungeklärt. Deshalb wolle man das offizielle Formular zur Abgabe des Votums in der vorliegenden Form nicht unterzeichnen. Stattdessen wurde ein eigenes Schreiben formuliert. Darin spricht sich die Seelsorgeeinheit zwar für eine mögliche „neue Kirchengemeinde“ mit den SE Riedlingen und Langenenslingen aus, lehnt jedoch eine Auflösung der bestehenden Kirchengemeinden zum jetzigen Zeitpunkt ab.

Als zentrale Anliegen für mögliche neue Strukturen wurden unter anderem genannt:

  • die Erhaltung des kirchlichen Lebens vor Ort,
  • der Fortbestand aller bestehenden Gruppen mit eigenem Handlungsspielraum,
  • mindestens ein Pfarrbüro in der jetzigen Seelsorgeeinheit Ertingen,
  • die Vertretung aller Orte im zukünftigen Gremium sowie
  • der Erhalt der Trägerschaft der Kindergärten.

Josef Höninger berichtete abschließend von der Regionalkonferenz in Ochsenhausen mit dem Bischof. Zwar seien dort einige Fragen geklärt worden, schriftliche Festlegungen gibt es jedoch weiterhin nicht. Zugleich würdigte Höninger das große ehrenamtliche Engagement in den Gemeinden und appellierte an den Zusammenhalt: „Wir müssen nun enger zusammenstehen.“

In der anschließenden Fragerunde interessierten sich die Besucher besonders für das Verhältnis zur Seelsorgeeinheit Riedlingen. Dabei wurde auch der offene Brief der KG St. Georg Riedlingen an Bischof Krämer angesprochen. Sollte keine Einigung erzielt werden, würde zunächst die Steuerungsgruppe vermitteln. Die endgültige Entscheidung liege letztlich beim Bischof.

Auch Fragen zu Pfarrhäusern und Kindergärten wurden angesprochen. Pfarrer Stork erklärte, dass ein Verkauf der Pfarrhäuser in Hailtingen und Dürmentingen derzeit nicht beschlossen ist. Bei den kirchlichen Kindergärten sei man bemüht, die Trägerschaft zu erhalten, konkrete Entscheidungen stünden jedoch noch aus.

Zum Abschluss der Versammlung leitete Pfarrer Stork ein gemeinsames Gebet. Mit dem Lied „Bewahre uns Gott“ endete der offizielle Teil des Abends. Beim anschließenden Umtrunk vor der Kirche nutzten viele Besucher die Gelegenheit zu weiteren Gesprächen und Diskussionen.