Kirche der Zukunft – Seelsorge in neuen Strukturen

Die katholische Kirche steht vor Veränderungen – auch bei uns in Dürmentingen. Im Rahmen des diözesanen Prozesses „Kirche der Zukunft“ wird derzeit beraten, wie die Seelsorge künftig organisiert werden kann. Für die Kirchengemeinde St. Johannes Ev. Dürmentingen ist dabei besonders wichtig, dass das kirchliche Leben vor Ort auch in Zukunft lebendig und verlässlich gestaltet werden kann.

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart plant, die bisherigen Strukturen neu zu ordnen. Aus derzeit 22 Seelsorgeeinheiten mit 119 heutigen Kirchengemeinden im Dekanat Biberach sollen perspektivisch 5–7 größere Kirchengemeinden entstehen. Die heutigen Kirchengemeinden sollen dabei als Kirchorte erhalten bleiben. Taufen, Erstkommunion, Firmung, Gottesdienste und weitere Angebote des kirchlichen Lebens sollen weiterhin an den verschiedenen Orten möglich sein.

Welche Zukunft hat Dürmentingen?

Der Kirchengemeinderat St. Johannes Ev. Dürmentingen hat sich intensiv mit der Frage beschäftigt, welche zukünftige Struktur für unsere Gemeinde sinnvoll sein könnte. Dabei wurden verschiedene Kriterien betrachtet: bestehende Beziehungen, räumliche Gegebenheiten, pastorale Zusammenarbeit, Erreichbarkeit und die Frage, wie das kirchliche Leben vor Ort auch künftig verlässlich gewährleistet werden kann.

Für Dürmentingen sind dabei unterschiedliche Richtungen denkbar. Insbesondere die mögliche Verbindung mit der Seelsorgeeinheit Riedlingen wurde und wird betrachtet. Eine Besonderheit für Dürmentingen ist, dass die Beziehungen innerhalb der heutigen Seelsorgeeinheit Ertingen nicht für alle Gemeinden gleich sind.

In seiner Sitzung am 10.04.2026 hat sich der Kirchengemeinderat nun mit dem konkreten Vorschlag zur künftigen Struktur befasst. Dabei wurde auch die Frage beraten, ob die Entscheidung über die „Bildung einer neuen Kirchengemeinde“ auf einen späteren Termin verschoben werden sollte, an dem alle gewählten Mitglieder des Kirchengemeinderats anwesend sind.

Dieser Antrag auf Verschiebung wurde mit 4 Nein-Stimmen, 0 Ja-Stimmen und 1 Enthaltung abgelehnt. Damit wurde entschieden, die Beratung und Beschlussfassung in der betreffenden Sitzung trotz der Abwesenheit eines Teils der gewählten Mitglieder durchzuführen.

Anschließend wurde über die Unterzeichnung des „Vorschlags zum Prozess Seelsorge in neuen Strukturen“ abgestimmt. Der Kirchengemeinderat St. Johannes Ev. Dürmentingen stimmte diesem Vorschlag mit 4 Ja-Stimmen, 1 Nein-Stimme und 0 Enthaltungen zu.

Damit folgt die Kirchengemeinde St. Johannes Ev. Dürmentingen dem Vorschlag des gemeinsamen Ausschusses. Dieser sieht die Bildung einer neuen Kirchengemeinde aus der bisherigen Seelsorgeeinheit Riedlingen und der Seelsorgeeinheit Langenenslingen vor.

Dieser Vorschlag wurde in der Sitzung am 31.07.2026 bestätigt.

Die Abstimmung stellt damit einen wichtigen Schritt im laufenden diözesanen Strukturprozess dar. Sie bedeutet zugleich nicht, dass das kirchliche Leben in Dürmentingen aufgegeben oder an einen anderen Ort verlagert werden soll. Vielmehr bleibt die Frage entscheidend, wie Dürmentingen auch innerhalb einer größeren zukünftigen Kirchengemeinde als eigenständiger Kirchort lebendig bleiben kann.

Was ist uns für Dürmentingen wichtig?

Bei allen Überlegungen zur zukünftigen Struktur steht für den Kirchengemeinderat die Frage im Mittelpunkt, wie das kirchliche Leben in Dürmentingen erhalten und weiterentwickelt werden kann.

Dabei zeichnen sich bereits einige wichtige Anliegen ab:

  • Das kirchliche Leben soll vor Ort erhalten bleiben. Die Neuordnung darf nicht dazu führen, dass das Gemeindeleben in Dürmentingen an Bedeutung verliert.
  • Gruppen und kirchliche Vereinigungen sollen bestehen bleiben und auch künftig angemessen finanziell unterstützt werden.
  • Erwachsenenbildung soll weiterhin vor Ort möglich sein. Veranstaltungen sollen auch künftig an den verschiedenen Kirchorten stattfinden können, sofern geeignete Räumlichkeiten vorhanden sind.
  • Verlässliche Gottesdienstzeiten sind wichtig. Für die Menschen soll es auch künftig planbare und regelmäßig stattfindende Sonntagsgottesdienste geben.
  • Die seelsorgliche Begleitung muss gewährleistet bleiben. Größere räumliche Einheiten dürfen nicht dazu führen, dass die Wege zu den Seelsorgerinnen und Seelsorgern immer weiter werden oder die persönliche Nähe verloren geht.

Gerade die Frage der Entfernungen spielt für Dürmentingen eine wichtige Rolle. Wenn künftig eine große Kirchengemeinde mit einem leitenden Pfarrer und weiteren Seelsorgerinnen und Seelsorgern entsteht, muss geklärt werden, wie die teilweise erheblichen Entfernungen zwischen den einzelnen Orten bewältigt werden können. Für Dürmentingen ist deshalb wichtig, dass die neue Struktur nicht nur organisatorisch funktioniert, sondern auch den konkreten Bedürfnissen der Menschen vor Ort Rechnung trägt.

Was passiert als nächstes?

Mit den Vorschlägen/Voten der aktuellen Kirchengemeinden wird die Steuerungsgruppe im Dekanat Biberach die Beschlussvorschläge für Zuschnitte der neuen Kirchengemeinden an den Diözesanrat erarbeiten und diesem bzw. dem Bischof zum Beschluss vorlegen. Das soll noch im Jahr 2026 in einer Sitzung des Diözesanrats passieren.

Die beschlossene Perspektive auf eine gemeinsame Kirchengemeinde mit Riedlingen und Langenenslingen bringt dabei neue Möglichkeiten, wirft aber auch weitere Fragen auf. Wie werden Zuständigkeiten verteilt? Wie können Entscheidungen getroffen werden, ohne dass die einzelnen Kirchorte ihre Gestaltungsmöglichkeiten verlieren? Wie werden finanzielle Mittel auf die verschiedenen Orte verteilt? Und wie kann sichergestellt werden, dass die Menschen in Dürmentingen auch künftig Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner vor Ort haben?

Diese Fragen werden in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle spielen.

Die nächsten Jahre werden deshalb eine Zeit des Übergangs und der Gestaltung sein. Bis zum geplanten Start der neuen Kirchengemeinden im Januar 2030 bleibt Zeit, offene Fragen zu klären, unterschiedliche Möglichkeiten zu prüfen und die notwendigen Vorbereitungen zu treffen.

Der Kirchengemeinderat wird über die weiteren Entwicklungen informieren und die Anliegen der Gemeinde in den Prozess einbringen. Dabei ist uns wichtig, dass die Veränderungen nicht nur organisatorisch gedacht werden, sondern vor allem aus der Perspektive der Menschen, die hier in Dürmentingen Kirche leben und gestalten.

Kirchengemeinderat St. Johannes Ev. Dürmentingen im September 2026